Online-Artikel
Von Cracks und Luschen: Offener Briefwechsel mit Ralf Westphal
26.01.2009
Als Programmierer müssen Sie heute sehr schnell qualitativ hochwertigen Code schreiben, neue Technologie sofort erfassen und und und. Und solche gibt es. Man trifft sie auf Konferenzen und im Büro. Was ist aber mit den Menschen wie du und ich. Der Durchschnitt. Gibt es für den keine Hoffnung? dotnetpro-Chefredakteur Tilman Börner stellt diese Frage an Ralf Westphal: "Ralf, bist du auch manchmal ein Mensch wie du und ich?"
Lieber Ralf,
Im Studium gab es die Überflieger. Während die meisten den Inhalt einer Vorlesung erst nach massiver Nacharbeit meist viel später kapiert haben, diskutierten die Überflieger mit dem Professor schon den Inhalt künftiger Vorlesungsstunden.
Im Berufsleben setzt sich das fort. Da gibt es die Programmierer, die eine neue Technologie sofort erfassen und verstehen, sie sofort einsetzen können und die anderen – die Masse – die erst nach längerer Beschäftigung damit verstehen, wie sie funktioniert, wie sie eingesetzt wird und welchen Nutzen sie bietet.
Gleiches gilt für die Produktivität: Während die Cracks schon die ersten Klassen implementiert haben, überlegen die anderen noch, wie sie die Logik aufteilen sollen.
Du gehörst sicherlich nicht zu den letzteren. Aber: Hast du denn nie mal einen Durchhänger? Wo du etwas nicht verstehst? Eine Technologie, die du dir länger zu Gemüte führen musst, bevor du sie wirklich verstanden hast? Schreibst du nicht auch mal grottigen Code, für den du dich dann später schämst?
Tilman
Hallo Tilman,
Warum fragst du das?
Ralf
Hallo Ralf,
weil ich der Meinung bin, dass es viele gute Programmierer da draußen gibt, die aber eben nicht zu den Spitzenleuten gehören. Trotzdem könnte die Wirtschaft einpacken, gäbe es sie nicht. Diesen will ich Mut machen.
Tilman
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