Startseite > News > .NET wird Open Source

.NET wird Open Source

13.11.2014
.NET Core wird modular und auf GitHub gestellt. Auch wird es .NET-Versionen für Linux und Mac OS X geben.

Es gibt eine alte Bauernweisheit: Will Microsoft ein Stück Software nicht mehr weiterentwickeln, darf die Open-Source-Gemeinde daran weiterfrickeln. Oder ins Hochdeutsche übersetzt: Software, die Microsoft als Open Source freigibt, stirbt.

Anzeige

Diese Weisheit mag sich hoffentlich nicht bewahrheiten, denn sonst wäre das Ende von .NET tatsächlich nah. Denn auf der Konferenz Connect() hat Microsoft verkündet, dass .NET Core als Open-Source freigegeben wird.

.NET Core ist sozusagen der Nachfolger des aktuelle .NET Frameworks. Allerdings ist er modular aufgebaut. Das bedeutet, dass nicht mehr rund 200 Megabyte Runtime und Libraries auf einem Rechner installiert werden müssen, damit .NET läuft, sondern nur noch rund 11 Megabyte plus die für eine bestimmte Anwendung benötigten Bibliotheken. Alle Pakete, also Core und Bibliotheken, können als NuGet-Pakete dazugeladen werden.

.NET Core wird auch überraschenderweise nicht etwa auf dem Microsoft-eigenen Open-Source-Repository Codeplex gehostet. Vielmehr wird .NET Core auf GitHub gebracht. "Wir wollen dorthin gehen, wo die Community ist", schreibt Landwerth.

Dieser .NET Core, den auch schon ASP.NET Core 5 und .NET Native nutzen, wird nun als Open Source weiterentwickelt.

Microsoft gibt zwei Gründe an, warum sie diesen Schritt gewählt haben.

  • Das Fundament setzen für ein Cross-Plattform-.NET. Denn: .NET Core soll es auch für Linux und für MacOs geben. Damit kann ein .NET-Programm dann recht einfach auf die anderen Plattformen gebracht werden.
  • Aufbau einer stärkeren Plattform

Diese Gründe nennt Immo Landwerth, Program Manager für die Base Class Library, in seinem Blogpost.

Gerade der Cross-Plattform-Aspekt ist hochinteressant. Bislang konnte man .NET-Programme über die Mono-Plattform schon auf Linux und Mac OS X zum Laufen bringen. Aber die Bibliotheken von Mono waren komplette Neuentwicklungen, da bislang die Lizenzpolitik von Microsoft verbot, Code aus den Microsoft-Bibliotheken zu übernehmen. Das ändert sich mit der Open-Source-Lizenz. Damit können jetzt inkompatible Parallelentwicklungen auf Microsoft- und auf Mono-Seite verhindert werden.

Künftig kann also jeder Entwickler den Quellcode von .NET einsehen. Ja, mehr noch. Er kann ihn verändern und an Microsoft einen Pull Request schicken mit der Bitte, dass die Veränderungen in den Master Branch übernommen werden.

Während die Connect() lief, was das schon das erste Mal passiert. Scott Hanselman, der für das Web-Team bei Microsoft arbeitet, erklärte Miguel de Icaza, Chief Technical Officer und Mitgründer von Xamarin, dass er nicht mehr der erste sein könnte, der ein Pull Request schickt. Das wäre schon passiert - sogar schon mit der Bestätigung, dass die Änderung schon in das Framework übernommen wurde. [tib]

Login
Sie sind nicht eingeloggt.

Login & Registrierung
Abo bestellen










Newsletter
Tragen Sie Ihre E-Mailadresse für den kostenlosen Newsletter von dotnetpro ein.


Umfrage
Beschäftigen Sie sich mit Big Data?



Ergebnis anzeigen