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Hält Rust, was es verspricht?

22.02.2016
Die Vision von Derek Dreyer vom Max-Planck-Institut für Softwaresysteme ist eine Programmiersprache, bei der fehlerhaftes Entwickeln unmöglich ist. Auf dem Weg dorthin setzt er auf Mozillas Programmiersprache Rust.

Die beliebtesten Webbrowser heißen Internet Explorer, Safari, Firefox oder Chrome. Millionen von Laien nutzen sie, um im World Wide Web Überweisungen zu tätigen, einzukaufen oder sich Filme anzuschauen. Umso gefährlicher ist es daher, wenn in den Browsern Programmierfehler schlummern, die als Sicherheitslücken ausgenutzt werden können. Solche Programmierfehler entstehen zwangsläufig, da Programmierer komplexen, parallel ablaufenden Programmcode schreiben müssen. Nur so können sie sicherstellen, dass die Browser ihren Anwendern in kürzester Zeit eine Rückmeldung liefern. „Manche Arbeiten kann man nur mit einem besonders scharfen Messer erledigen und dabei auch zu tief schneiden. Bei den Programmiersprachen ist es ähnlich. Software, die auf schnellem, parallel ausgeführtem Code basiert, birgt auch die Gefahr brisanter Programmierfehler“, erklärt Derek Dreyer, der Fakultätsmitglied des Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme ist, das Standorte in Saarbrücken und Kaiserslautern hat.

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In der Saarbrücker Dependance des Instituts leitet Dreyer die Gruppe „Grundlagen der Programmierung“ und lehrt an der Universität des Saarlandes Informatik. Seine Vision ist eine Programmiersprache, bei der fehlerhaftes Entwickeln unmöglich ist. Um diese zu verwirklichen, setzt er auf die Programmiersprache Rust. Hinter ihr steht Mozilla, eine US-amerikanische Software-Organisation, die auch für den in Deutschland beliebten Browser Firefox verantwortlich ist. Seit 2010 arbeitet sie an Rust. Inzwischen ist die Sprache so fortgeschritten, dass man mit ihr auch den neuartigen Webbrowser Servo entwickelt, der Firefox ersetzen könnte. „Nicht nur Mozilla, auch Dropbox ist von Rust begeistert. Im Gegensatz zu bisherigen Programmiersprachen bietet sie Entwicklern eine echte Ausgewogenheit zwischen Betriebssicherheit und Kontrolle“, sagt Dreyer. Rust gewähre Programmierern damit eine feinkörnige Kontrolle über das Speichermanagement und die Zuteilung von Ressourcen, was für Anwendungen wie Betriebssysteme und Webbrowser essentiell ist.

Aber auch Rust ist nicht ohne Schwachstellen. Bereits im vergangenen Jahr wurden einige entdeckt. Daher begrüßen die Entwickler von Rust Dreyers Vorhaben, systematisch verbliebene Fehler aufzuspüren. Um diese zu finden oder ihre Abwesenheit nachzuweisen, müssen die Forscher neue Beweismethoden entwickeln. Dreyer und sein Team sind damit weltweit die ersten, die sich im Bezug auf Rust dieser Herausforderung stellen. Die Informatiker erforschen daher, wie die letzten Komponenten von Rust, deren Sicherheit noch nicht nachgewiesen ist, fehlerlos arbeiten können. Dafür müssen sie eine Vielzahl von Problemen lösen, an denen bereits andere Forscher scheiterten. Experten sagen dem Projekt deswegen einen enormen Nutzen voraus, um in Zukunft fehlerlose und sichere Software in der Praxis zu garantieren.

Der Europäische Forschungsrat (ERC) unterstützt Dreyer mit dem sogenannten Consolidator Grant. Mit ihm erhalten erfahrene Wissenschaftler die Möglichkeit, fünf Jahre mit einem Budget von rund zwei Millionen Euro ein Forschungsprojekt umzusetzen. Voraussetzung dafür ist laut ERC die wissenschaftliche Exzellenz des Forschers und des Projektantrages. [bl]

Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Rust_%28Programmiersprache%29

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