Western Digital 04.12.2017, 10:19 Uhr

Open-Source-Prozessoren für Big-Data-Anwendungen

Western Digital will die Zukunft von Computing-Architekturen für Big-Data- und Fast-Data-Umgebungen schneller Realität werden lassen. Das Unternehmen will den Verbrauch von mehr als einer Milliarde Kernen pro Jahr auf RISC-V umstellen, um die Dynamik von Open-Source-Prozessoren für Rechenzentren und Edge Computing zu erhöhen.
Western Digital hat auf dem siebten RISC-V Workshop bekannt gegeben, dass das Unternehmen beabsichtigt, den Übergang der Branche zu offenen, zweckbestimmten Computing-Architekturen anzuführen, um den zunehmend vielfältigen Ansprüchen von Anwendungen in der datenzentrierten Welt Rechnung zu tragen. In seiner Keynote brachte Martin Fink, Chief Technology Officer bei Western Digital, die Selbstverpflichtung des Unternehmens zum Ausdruck, über die Arbeit der RISC-V Foundation datenzentrierte Computing-Umgebungen voranzutreiben. RISC-V ist eine offene, skalierbare Computing-Architektur, die eine Vielfalt von Big-Data- und Fast-Data-Anwendungen sowie Workloads unterstützt, die sich in Core-Cloud-Rechenzentren und in entfernten oder mobilen Systemen an der Edge stark vermehren. Die Führungsrolle von Western Digital im Rahmen der RISC-V-Initiative ist insofern von Bedeutung, als es die Weiterentwicklung der Technologie und der umliegenden Ökosysteme beschleunigt, indem der eigene Verbrauch an Prozessoren (über eine Milliarde Kerne pro Jahr) auf RISC-V umgestellt wird.

Big-Data- und Fast-Data-Umgebungen vermehren sich rasch und überfluten die Grenzen traditioneller Infrastrukturen und Systemarchitekturen. Technologien und Architekturen, die „allgemeinen Zwecken“ dienen und seit Jahrzehnten in Betrieb sind, erreichen die Grenzen ihrer Skalierbarkeit, Leistungsfähigkeit und Effizienz. Workloads mit allgemeiner Zweckbestimmung, die von Architekturen unterstützt werden, die ebenfalls allgemeinen Zwecken dienen, weisen typischerweise einheitliche Processing-Ressourcen auf. Dazu gehören unter anderem Betriebssystem-Processing (OS), besonderes Offload-Processing, Hauptspeicher, Datenspeicherung und Interkonnektivität. Big Data wird immer größer und schneller, so dass sich der Ansatz des Allzweck-Computings, „eine Größe passt für alles“, als unzulänglich erweist, um die zunehmend vielfältigen Anwendungs-Workloads unserer datenzentrierten Welt zu meistern.

Datenzentrierte Umgebungen
Da die Vielfalt der Big-Data- und Fast-Data-Workloads zunimmt, müssen datenzentrierte Compute-Architekturen in der Lage sein, Ressourcen unabhängig voneinander zu skalieren. Die Architekturen von morgen müssen die beschränkte Standard-Ressourcen-Denkweise von Allzweck-Computing-Architekturen hinter sich lassen und zweckbestimmte Lösungen ermöglichen, die bei OS-Processing, Specialty Processing, Hauptspeicher, Storage und Interkonnektivität datenoptimierte Ebenen aufweisen. Die extremen Daten- und Computing-Workloads bei Analytics, maschinellem Lernen, künstlicher Intelligenz und intelligenten Systemen verlangen nach zweckbestimmten Umgebungen.

Mike Cordano, President und Chief Operating Officer bei Western Digital: "Mit RISC-V kann die gesamte Branche die Vorteile von Architekturen der nächsten Generation realisieren; und es ermöglicht uns, für Big-Data- und Fast-Data-Anwendungen mehr zweckbestimmte Geräte, Plattformen und Speichersysteme zu erschaffen. Wir verlassen gerade den Bereich des reinen Speicherns von Daten und schaffen neue Umgebungen, in denen die Nutzer den Wert und die Möglichkeiten ihrer Daten realisieren können."

Um zur Weiterentwicklung und zum Erfolg des RISC-V-Ökosystems beizutragen, plant Western Digital, die zukünftige Kern-, Prozessor- und Controller-Entwicklung auf die RISC-V-Architektur umzustellen. Gegenwärtig nutzt das Unternehmen mehr als eine Milliarde Prozessorkerne jährlich, verteilt auf das gesamte Produktportfolio. Der Übergang soll allmählich erfolgen. Western Digital erwartet nach Abschluss dieses Prozesses, dass es im Jahr zwei Milliarden RISC-V-Kerne ausliefern wird. Das Unternehmen hat sich der Förderung der RISC-V-Technologie bei erfolgskritischen Anwendungen verschrieben, damit es in den eigenen Produkten eingesetzt werden kann.

Western Digital pflegt aktive RISC-V-Ökosystem-Partnerschaften und investiert in entsprechende Unternehmen. Das Unternehmen hat kürzlich ein strategisches Investment in Esperanto Technologies abgeschlossen, einem Entwickler von hochleistungsfähigen und energieeffizienten Computing-Lösungen, die auf der offenen RISC-V-Architektur basieren. Esperanto, mit Sitz im kalifornischen Mountain View, verfügt über ein bewährtes Team an erfahrenen Prozessor- und Softwareingenieuren, die sich zum Ziel gesetzt haben, RISC-V zur Architektur der Wahl für rechenintensive Anwendungen, wie maschinelles Lernen, zu machen.

„Die Open-Source-Bewegung hat der Welt gezeigt, dass die Innovationskraft verbessert wird, wenn eine große Community an einem gemeinsamen Ziel arbeitet“, sagt Fink. „Aus diesem Grund stellen wir unsere gesamte RISC-V-Denkarbeit der Community zur Verfügung. Um unser Einsatzspektrum und unsere Arbeiten zu erweitern und zu beschleunigen, ermutigen wir die offene Zusammenarbeit aller Branchenbeteiligten, darunter auch unserer Partner und Kunden. Zusammen können wir datenzentrierte Innovationen vorantreiben und sicherstellen, dass RISC-V die nächste Linux-Erfolgsstory wird.“

Um weitere Informationen finden Sie unter http://innovation.wdc.com sowie https://riscv.org




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