Paragon-Studie 22.11.2018, 11:30 Uhr

Meist ist das Personal für Unternehmenskrisen verantwortlich

Das Personal ist eine der möglichen Hauptursachen für Incidents in Unternehmen. Davon ist fast die Hälfte der IT Experten überzeugt, die im Auftrag der Paragon Systemhaus GmbH  um ihre Meinung gebeten wurden.
Kay Wolf, IT Berater bei Paragon, "Die Gefahrenquelle Mensch ist immens: Unachtsamkeit, Vergesslichkeit, fehlende Ausbildung, Unberechenbarkeit – das Unternehmensmanagement ist enorm gefordert, diese Bedrohung unter Kontrolle zu halten". Vor allem den Outsourcing-Trend nennt Wolf als Gefahrenquelle: "Wenn Unternehmensthemen ausgelagert werden entsteht Unkenntnis, entweder durch unzureichendes technisches Know-how, durch unzureichendes Wissen über die eigenen internen Prozesse oder durch fehlendes Know-how über Prozesse beim Kunden. Doch auch Dienstleister, wie etwa die Putzfrau kann aus Unachtsamkeit Stecker ziehen. Das Personal ist und bleibt einfach der Dreh- und Angelpunkt", so Wolf.
Doch ein Ausfall in der Produktion kann auch technische Ursachen haben. Ernsthaft gefährlich für laufende Prozesse kann beispielsweise der falsche Gebrauch von Software werden. Diese Annahme bestätigen 41 Prozent der über das Systemhaus befragten Experten. "Tatsächlich ist es beispielsweise für einen Online-Shop eine absolute Katastrophe, wenn eine Software nicht mehr funktioniert. Oder wenn etwa die Abrechnung durch einen Bankdienstleister nicht mehr stattfinden kann, da eine Software-Schnittstelle fehlt", erklärt Wolf. Diese oder ähnliche fehlerhaften Softwarekomponenten können zu "Verstimmungen" in Systemen führen. Ursache dafür sind oft Programmierfehler. Grund dafür ist manchmal sogar, dass aufwändige Tests nicht durchgeführt wurden. Doch Tests sind schnell überlebenswichtig, sonst kann der Austausch von Daten im Anschluss eventuell sogar unmöglich werden.
Das Zusammenspiel aller Komponenten beachten
Generell sollten Unternehmen immer das Zusammenspiel aller firmenrelevanten Komponenten beachten. So kann die Störung im Zusammenspiel von Hard- und Software beispielsweise fatale Folgen haben. Doch auch Businessentscheidungen dürfen nicht unterschätzt werden. Sie wirken sich selten direkt aus, sind jedoch mittel- bis langfristig schnell entscheidend. Beeinflussen kann die Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben, materielle und finanzielle Sachzwänge oder beispielsweise eine Änderung der Strategie. Lediglich 9 Prozent der Befragten sind sich dieser Tatsache allerdings bewusst. Etwa jeder siebte sieht schließlich realitätsfremde Prozesse als ursächlich für Schwierigkeiten im Unternehmen. „Ausgelöst werden kann eine Krise auf viele Arten und meist kommen verschiedene Faktoren zusammen. Für das Unternehmensmanagement ist es vor allem wichtig, alle möglichen Herausforderungen immer im Blick zu halten. Nur so kann der lebendige Organismus, den ein Unternehmen nun mal darstellt, vor möglichen schwerwiegenden Folgen bewahrt werden“, so Wolf.


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