Splunk 02.05.2019, 08:10 Uhr

Der Status von Dark Data

Neue Kompetenzen und Künstliche Intelligenz sind laut einer Umfrage die Zukunft; Unternehmen schaffen es nicht, die enormen Möglichkeiten mit Daten in geschäftsfördernde Ergebnisse umzuwandeln.
(Quelle: www.splunk.com )
Splunk Inc., das mit seinen Produkten Erkenntnisse und Entscheidungen durch Datenauswertung ermöglicht, hat eine Studie veröffentlicht, der zufolge Unternehmen potenziell wertvolle Daten ignorieren beziehungsweise nicht über die Ressourcen verfügen, die für deren Nutzung erforderlich sind. Laut der Studie ist Führungskräften sehr wohl bewusst, dass die Nutzung aller vorhandenen Daten wertschöpfend ist. Allerdings handelt es sich bei mehr als der Hälfte (55 Prozent) der gesamten Daten eines Unternehmens um sogenannte Dark Data oder dunkle Daten, von deren Existenz die Unternehmen entweder gar nichts wissen oder bei denen sie sich im Unklaren darüber sind, wie sie sie finden, aufbereiten, analysieren oder nutzen können.
Der Bericht „Der Status von Dark Data“ wurde von TRUE Global Intelligence durchgeführt und von Splunk begleitet. Weltweit wurden dabei mehr als 1.300 Führungskräfte aus Geschäftsführung und IT darüber befragt, wie Daten in ihren Unternehmen gesammelt, verwaltet und genutzt werden. In einer Zeit, in der die Vernetzung von immer mehr Geräten und Systemen und die intensive Nutzung zu immer mehr Daten führt, kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: Den so entstandenen Daten kommt zwar die volle Aufmerksamkeit zu, entsprechendes Handeln hinkt jedoch oftmals weit hinterher.
  • 76 Prozent der Befragten in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China, Japan und Australien stimmen der Aussage zu, dass „sich das Unternehmen mit der höchsten Datennutzung durchsetzen wird.“
  • 60 Prozent der Befragten geben an, dass mehr als die Hälfte der Unternehmensdaten Dark Data sind und laut einem Drittel der Befragten sind sogar mehr als 75 Prozent der Unternehmensdaten Dark Data.
  • Nach den drei größten Hindernissen für das Nutzbarmachen von Dark Data befragt, geben die Führungskräfte die schiere Masse der Daten, gefolgt von einem Mangel an notwendigem Knowhow und Ressourcen an.
  • Mehr als die Hälfte (56 Prozent) räumt ein, dass „datenbezogen“ in ihrem Unternehmen nur eine Parole ist.
  • 82 Prozent geben an, dass Menschen das Herzstück der KI sind und immer sein werden.
„Es ist schwer, mit Daten zu arbeiten, weil das Volumen mit alarmierender Geschwindigkeit anwächst und das Strukturieren und Organisieren sich daher schwierig gestaltet. Daher fühlen sich Unternehmen in dieser chaotischen Landschaft leicht hilflos“, meint Tim Tully, Chief Technology Officer von Splunk. „Es freut mich, dass die Menschen weltweit große Chancen mit Dark Data verknüpfen, obwohl weniger als ein Drittel der Befragten laut eigenen Angaben über das erforderliche Knowhow verfügt, um die Daten in Aktionen umzusetzen. Daraus ergibt sich für motivierte Führungskräfte, Fachleute und Arbeitgeber eine große Chance, ihre Ergebnisse durch die Aneignung neuer Kompetenzen auf ein neues Niveau zu heben. Splunk kann diese Unternehmen dabei unterstützen, die Kontrolle über ihre Daten zu gewinnen, indem sie Dark Data identifizieren und nutzen.“
Den Umfrageteilnehmern ist der Wert von Dark Data zwar bewusst, sie räumen jedoch ein, nicht über die erforderlichen Tools, das Fachwissen oder die Mitarbeiter zu verfügen, um das Potenzial dieser Daten auszuschöpfen. Darüber hinaus gibt die Mehrheit der Befragten aus der oberen Führungsebene an, dem Rentenalter nicht mehr fern und daher nicht wirklich motiviert zu sein, Datenkompetenz zu erwerben. Daten sind die Zukunft der Arbeit, doch nur ein kleiner Prozentsatz der Fachkräfte scheint sich wirklich ernsthaft damit zu beschäftigen. Die Befragten sind sich darin einig, dass es keine Patentlösung gibt. Zu den meistgenannten vielversprechendsten Lösungen zählen jedoch die Fortbildung zusätzlicher Mitarbeiter in puncto Data Science und Analytik, ein höheres Budget für die Datenauswertung sowie der Einsatz neuer Software, mit der auch technisch weniger versierte Mitarbeiter Daten analysieren könnten.
  • 92 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass sie „die Absicht haben“, neue Datenkenntnisse zu erwerben, allerdings sind nur 57 Prozent „äußerst“ oder „sehr“ begeistert von der Aussicht, mehr mit Daten zu arbeiten.
  • 69 Prozent zeigen sich damit zufrieden, ihren bisherigen Aufgabenbereich, ohne besonderen Fokus auf Daten, zu behalten – ungeachtet der Auswirkungen auf das Geschäft und ihre Karriere.
  • Danach befragt, was sie unternehmen würden, um sich selbst und ihre Teams weiterzubilden, halten sich über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) für zu alt, um neue Datenkompetenzen zu erwerben.
  • 66 Prozent geben mangelnde Unterstützung durch die obere Führungsebene als Herausforderung an und für jeden fünften Befragten (21 Prozent) stellt mangelndes Interesse der Führungskräfte eine Herausforderung dar.
Global sind die Befragten der Ansicht, dass Künstliche Intelligenz (KI) zusätzliche Chancen bietet, den Menschen aber nicht ersetzen wird. Laut Umfrageergebnis nutzen derzeit nur wenige Unternehmen KI, eine Mehrheit der Befragten erkennt jedoch ihr enormes Potenzial. So geben beispielsweise nur 10 bis 15 Prozent der Unternehmen an, KI für Anwendungsfällen wie Prozesseffizienz, strategische Entscheidungsfindung, Personalwesen und Kundenerfahrung einzusetzen. Gleichzeitig sehen rund zwei Drittel der Befragten hier einen möglichen Nutzen.
  • Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer (71 Prozent) sieht Potenzial beim Einsatz von KI zur Datenanalyse.
  • 73 Prozent sind der Ansicht, dass KI Qualifikationslücken in der IT ausgleichen kann.
  • 82 Prozent sagen, dass Menschen das Herzstück der KI sind und immer sein werden, während 72 Prozent angeben, dass die KI nur ein Werkzeug zur Lösung von Business-Problemen ist.
  • Nur 12 Prozent setzen KI für die Ausrichtung der Geschäftsstrategie ein, doch 61 Prozent erwarten, dass ihr Unternehmen den Einsatz von KI in diesem Bereich innerhalb der nächsten fünf Jahre ausweiten wird.
Die Studie zeigt auch einige deutliche Einstellungs- und Meinungsunterschiede zwischen den sieben Ländern auf, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Die Befragten in Frankreich, Deutschland und Japan scheinen den Wert der Daten für ihre Karriere beispielsweise weniger hoch einzuschätzen. Durchschnittlich liegt die Zustimmung zu einer entsprechenden Aussage bei ihnen rund 25 Prozent unter dem Wert ihrer Kollegen aus anderen Ländern. Die Befragten in China äußern mit Abstand die größte Begeisterung und das größte Vertrauen in KI, obwohl deren derzeitige Nutzung im Land nur geringfügig über dem globalen Durchschnitt liegt (20 gegenüber 16 Prozent).
  • Unter allen an der Umfrage beteiligten Ländern geben die Befragten in Australien die niedrigsten Akzeptanzraten für KI an. 43 Prozent erklären, KI sei bereits ein wichtiger Bestandteil ihrer Unternehmensprozesse oder werde es in naher Zukunft sein. Im globalen Durchschnitt sind es hingegen 52 Prozent.
  • Obwohl China es in puncto Wert und Einfluss der KI in der gesamten Studie auf die höchsten Prozentsätze bringt, sind 93 Prozent der chinesischen Befragten der Meinung, dass Maschinen niemals in der Lage sein werden, menschliche Eigenschaften wie Neugier, Kreativität und Eigeninitiative zu ersetzen. Das ist von allen Ländern der höchste Wert.
  • Nur 64 Prozent der Befragten in Frankreich glauben, dass Daten eine zentrale Komponente des Unternehmenserfolgs sind. Im globalen Durchschnitt sind es hingegen 81 Prozent.
  • Nur 58 Prozent der deutschen Führungskräfte sind der Ansicht, dass Daten im Laufe des nächsten Jahrzehnts an Wert gewinnen werden. Im globalen Durchschnitt sind des 71 Prozent.
  • Nur vier von zehn Befragten in Japan (38 Prozent) geben an, begeistert von der Arbeit mit Daten zu sein. Damit hinken sie dem globalen Durchschnitt von 57 Prozent hinterher.
  • 39 Prozent der Umfrageteilnehmer im Vereinigten Königreich sind der festen Überzeugung, dass KI Qualifikationslücken ausgleichen kann. Auf globaler Ebene vertreten nur 27 Prozent diese Ansicht.
Studienergebnisse für Deutschland: Skepsis gegenüber Daten und KI
Deutsche Unternehmen (76 Prozent) sind sich einig, dass der Wert ihrer Daten für den Gesamterfolg ihres Unternehmens sehr hoch ist. Ungeachtet dessen schätzt die Mehrheit der Befragten aus Deutschland (58 Prozent), dass über die Hälfte ihrer Daten nicht erfasst oder genutzt werden – verglichen mit 60 Prozent weltweit. Sie glauben nicht daran, dass KI das Problem, dass es zu wenig Fachpersonal mit Datenkenntnissen gibt, lösen kann und sie glauben nur bedingt an eine Revolution hin zu einer datengesteuerten Zukunft. Weitere Ergebnisse für Deutschland sind:
  • Der Mangel an entsprechenden Fachkräften wird höher bewertet als in allen anderen Ländern (39 Prozent).
  • Nur 70 Prozent der Deutschen glauben, dass die Umsetzung des Slogans „data driven“ zu einer erfolgreichen Zukunft ihres Unternehmens führen wird.
  • Im Vergleich mit anderen Märkten bewerten die Befragten aus Deutschland die Datenmanagement-Fähigkeiten ihres Unternehmens schlechter. Zwischen der Relevanz, Daten zu erfassen und zu nutzen und der Fähigkeit, die nötigen Schritte zu unternehmen sehen die Befragten eine Diskrepanz von 18 Prozent.
  • Jeder zweite deutsche Befragte glaubt, dass die Bedrohung durch KI nicht überbewertet ist (globaler Durchschnitt: 35 Prozent). Dies zeigt, dass die deutschen Befragten KI gegenüber sehr skeptisch sind.
  • Nur 50 Prozent der deutschen Befragten stimmen zu, dass Datenkompetenz für die Arbeitsplätze der Zukunft (globaler Durchschnitt: 61 Prozent) und für den beruflichen Erfolg (globaler Durchschnitt: 59 Prozent) wichtig sein wird.


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