24.11.2006, 00:00 Uhr

Sozial verträglich hergestellte Computer sind möglich

Eine neue Studie des Öko-Instituts zeigt, wie es geht.
Die Massenfertigung von Elektronikprodukten wie PCs, Notebooks und Fernseher wurde in den letzten beiden Jahrzehnten fast vollständig in ostasiatische Betriebe ausgelagert. Verschiedene Studien berichten von überwiegend schlechten Arbeitsbedingungen und häufigen Verstößen gegen internationale Standards und nationales Arbeitsrecht. Konsumenten, Umwelt- und Arbeitnehmerrechtsverbände fordern bereits seit längerem die systematische Umsetzung von sozialen und ökologischen Mindeststandards in der Elektronikfertigung. Eine neue Studie des Öko-Instituts zeigt jetzt auf, wie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen möglich ist und Verbraucher besser als bisher über die Herstellung informiert werden können.

Am Beispiel von Notebooks hat das Institut untersucht, wie bei komplexen Produkten soziale Bedingungen bei der Herstellung analysiert, verbessert und zertifiziert werden können. Dabei haben die Forscher ebenso mit Vertretern der Industrie wie mit Umwelt- und Arbeitnehmerrechtsorganisationen gesprochen und verschiedene Fertigungsbetriebe besucht. „Trotz einzelner guter Ansätze ist die Industrie derzeit von einem fairen Computer noch weit entfernt“, zieht Andreas Manhart, Autor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut in Freiburg, Bilanz.

Bei all dem vermischen sich positive Apsekte – etwa neue Arbeitsplätze in den betreffenden Herstellungsländern – und negative Erscheinungen – wie die deutlich unter westlichem Standard liegenden Lebens- und Arbeitsbedingungen und vor allem die gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Umgang mit den giftigen Stoffen bei der Herstellung von elektronischen Bausteinen. Als Lösung schlägt das Ökö-Institut eine kritischeBewertung der Produktionsprozesse, die unabhängige Zertifizierung der Zulieferbetriebe, den Aufbau einer vertrauensvollen Zulieferstruktur, die Einbeziehung der Arbeitnehmer und der Anwohner und Berücksichtigung sozialer Aspekte in der Preisgestaltung vor.

Die vollständige Studie ist über den unten angegebenen Link oder bei dem Projekt „Produkt-Nachhaltigkeits-Analyse“ (PROSA) unter http://www.prosa.org, einem Projekt des Öko-Instituts, erhältlich.



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