Miguel de Icaza 15.11.2017, 14:05 Uhr

Mono hat jetzt einen neuen .NET-Interpreter

Das Mono-Projekt hat seinen Just-in-Time-Compiler und seinen statischen Compiler um einen aktuellen .NET-Interpreter ergänzt. Insbesondere der geplante Mixed Mode soll einige neue Wege zum Ausführen von .NET-Code eröffnen.
Das Projekt Mono startete im Jahr 2001 und machte .NET-Instruktionen auf Linux lauffähig. Mit der Übernahme von Xamarin -- dem Unternehmen, das sich um Mono kümmert -- durch Microsoft ist das Projekt aus dem Fokus vieler Entwickler verschwunden. Aber es gibt es immer noch, nicht nur in den Produkten von Xamarin.
Parallel zum Just-in-Time-Compiler (JIT) gab es bereits früher einen Interpreter für Mono namens Mint. Der wurde aber nicht weiterentwickelt als Generics aufkamen und die Kosten für das Anpassen des Interpreters dem Projektteam zu hoch erschienen.

Jetzt kommt der Mono-Interpreter zurück -- warum das Mono-Team so entschieden hat, erklärt Miguel de Icaza ausführlich in diesem Beitrag.

Der alte Interpreter wurde wiederbelebt, um Generics erweitert und auch sonst auf den Stand von 2017 gebracht. Der Interpreter ist jetzt Teil der Hauptentwicklungslinie von Mono und wird entsprechend intensiv getestet. Mono-Anwender können ihn ganz einfach nutzen durch

$ mono --interpreter yourassembly.exe

Als nächste Erweiterung für den Interpreter ist ein Mixed Mode geplant, an dem auch schon gearbeitet wird. Sie soll es möglich machen, interpretierten und kompilierten Code zu mischen und auszuführen. Für Plattformen wie iOS, PlayStation und Xbox bedeutet das -- so Miguel de Icaza -- dass man die Core-Bibliotheken vorkompilieren kann, dadurch die Vorteile der Optimierungen durch den Compiler erhält und zugleich die Flexibilität behält, Code-Teile dynamisch zu halten. Spieleentwickler können dadurch ihre Spiele mit .NET entwickeln und an Verbesserungen zu arbeiten, ohne gleich das komplette System neu zu kompilieren.

Mehr zu Mono und dem neuen Interpreter in diesem Beitrag.


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