App Annie 23.11.2020, 11:02 Uhr

Mobile Trends für 2021

Die Daten- und Analyseexperten von App Annie haben die Trends des aktuellen Jahres untersucht und Prognosen für 2021 aufgestellt.
(Quelle: www.appannie.com/de/ )
Keine Zeit für Digital Detox! Vor allem in diesem Jahr lief das Leben online ab. Arbeit im Home-Office, Training im Wohnzimmer-Gym und Geburtstagsfeiern über Zoom. Welche Trends weiterhin auch im kommenden Jahr durch die Decke gehen und wer die großen Gewinner auf dem App-Markt sein werden, zeigen die Daten- und Analyseexperten von App Annie in ihren Mobile Trends 2021.
Die beliebte Social-Media-Plattform wuchs in 2020 beachtlich. In den letzten zwei Jahren verdreifachte sich die Zahl der aktiven Userinnen und User. App Annie rechnet damit, dass TikToks Traffic in den kommenden zwölf Monaten auf 1,2 Milliarden monatliche Nutzerinnen und Nutzer ansteigt. Damit wird die App etablierte Anwendungen wie WhatsApp, WeChat und Instagram einholen.
In Q3 dieses Jahres belegte TikTok bereits den zweiten Platz im Ranking der Verbraucherausgaben der Nicht-Gaming-Apps. Viele der beliebten Sozialen Medien schaffen es nicht in die Top-Charts, weil sie größtenteils aus Werbeeinnahmen finanziert werden. Obwohl auf TikTok auch Werbung läuft, handeln Userinnen und User zudem mit virtuellen Geschenken in der App. Quasi eine Art Trinkgeld für Streamerinnen und Streamer. Diejenigen, die solche Präsente verteilen, erhöhen damit ihre Chance begehrte "shout-outs" zu erhalten. Durch dieses Verhalten entsteht eine positive Feedback-Schleife, die Ausgaben und kreativen Content fördert.

Corona: Das eigene Heim als Mittelpunkt des Lebens

Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, soll auf Menschenansammlungen verzichtet werden. Dadurch verlagern sich jegliche Aktivitäten in die eigenen vier Wände. Das Internet wird das Fenster zur Außenwelt. Auch das kommende Jahr wird wohl ähnlich aussehen. Um den Alltag im Lockdown angenehmer zu gestalten, bleibt das Leben digital. Tatsächlich bieten die Stores zahlreiche "at-home"-Apps, wie Streaming-Dienste oder Lieferservices. Allein auf Android-Geräten soll die Nutzung dieser Programme im kommenden Jahr 1,3 Billionen Stunden überschreiten.
Bei den Wirtschafts- und Bildungs-Apps wird eine 4-jährige Wachstumsrate (CAGR) von jeweils 57 Prozent und 62 Prozent erwartet. Diese wird angetrieben durch das ansteigende Angebot von Anwendungen für Zusammenarbeit und Videokonferenzen wie zum Beispiel Zoom. Diese Software ist mit der Einführung der neuen OnZoom-Plattform auf dem besten Weg in die virtuelle Erlebniswelt vorzudringen. Bald wird es dort möglich sein, Live-Streams von Konzerten und Vorlesungen zu besuchen.
Klar, auch in 2021 wird geshoppt und zwar: Online! So sollen Couch-Commerce, kontaktlose Lieferungen und Lebensmittelbestellungen der neue Standard werden. Allerdings möchte niemand auf Köstliches aus dem Restaurant des Vertrauens verzichten. Um örtliche Lokale zu unterstützen, werden Verbraucherinnen und Verbraucher auch weiterhin regelmäßig zu Apps wie Lieferando und Lieferheld greifen.
Wirtschaftliche Unsicherheit trieb die Nachfrage nach Finanz-Apps während der ersten Corona-Welle voran. Sehr wahrscheinlich bleibt dieser Trend bestehen und Finanz-Apps, einschließlich Fintech-Anbietern wie PayPal, regen das Wachstum weiter an. In 2021 soll die Nutzung dieser Anwendungen auf Android-Handys auf 31 Milliarden Stunden jährlich steigen. Was einer 4-jährigen Wachstumsrate von 35 Prozent entspricht.
Die Nachfrage nach Fitness-Apps explodierte dieses Jahr regelrecht. Damit geht einher, dass Unternehmen, deren Produktportfolio hauptsächlich aus Online-Anwendungen besteht, ein phänomenales Umsatzwachstum verzeichneten. Zum Beispiel stieg der Umsatz von Peleton im zweiten Quartal 2020 um 172 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Daten deuten darauf hin, dass diese Tendenz auch im kommenden Jahr bestehen bleibt. Das Unternehmen bietet effektive Sportkurse im eigenen Wohnzimmer an und deckt somit ein wichtiges Bedürfnis der Kundschaft.
Spielen auf dem Smartphone ist beliebter denn je. So gibt es derzeit 150 Prozent mehr Games für Handys als für andere Konsolen. Daten belegen, dass diese Spitzenwerte mit dem Lockdown zusammenhängen. In dieser Zeit sind die wöchentlichen Downloads im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent angestiegen und die Nachfrage nach Casual- und Core-Games wuchs stetig weiter. Spiele des Core-Genre treiben die Ausgaben dabei in die Höhe. Jene werden 2021 höher sein als je zuvor: Geschätzt wird ein Ausgaben-Hoch von rund 120 Milliarden Dollar.
Obwohl die Nachfrage nach Hyper-Casual als auch Hardcore-Games in den letzten zwei Jahren konstant stieg, wird erwartet, dass 2021 hauptsächlich Hybrid-Games die Charts stürmen. Der Grund: Smartphones sind endlich in der Lage, komplexe Spielerlebnisse darzustellen. Vorher war dies nur für Konsolen oder Computer möglich.
Während der ersten Welle der Pandemie stieg die Zeit, die die Nutzerinnen und Nutzer online verbrachten, deutlich an. So liegt das Smartphone nun bis zu 4 Stunden und 20 Minuten in der Hand. Also ein Viertel der Zeit, die Menschen im Schnitt überhaupt wach sind. Dies ist ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Obwohl die Corona-Maßnahmen sich im Q3 gelockert haben, sank die Zahl nicht. Aktuell liegt der Durchschnitt sogar 5 Prozent höher als noch vor wenigen Monaten.
Werbetreibende sehen diese Statistik als große Chance. Mit der Investition ins Mobile Marketing kann viel Umsatz generiert werden. Im kommenden Jahr sollen dahingehend weltweit 290 Milliarden Dollar ausgegeben werden. Dies sind 21 Prozent mehr als noch im Jahr 2018.
In diesem Jahr schalteten Unternehmen bereits viel Werbung in Apps, sodass bereits im ersten Halbjahr 2020 ein Anstieg von 70 Prozent trotz Budget-Kürzungen verzeichnet wurde. Auch während der zweiten Jahreshälfte war dieses Wachstum offensichtlich – angekurbelt durch die US-amerikanische Präsidentschaftswahl. Für das kommende Jahr wird erwartet, dass Werbetreibenden mehr finanzielle Mittel für Mobile Marketing eingeräumt werden.
Um aus der Masse herauszustechen und gute Engagement-Raten zu erzielen, müssen sich Unternehmen vermehrt auf das aktuelle Leben inmitten einer Pandemie fokussieren. Disney+ geht mit positivem Beispiel voran. Mit dem Launch der GroupWatch-Funktion können bis zu sieben Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig streamen. Seit Ende Oktober ist diese Funktion auch im deutschsprachigen Raum verfügbar. Die Expertinnen und Experten von App Annie gehen davon aus, dass es Userinnen und Usern so möglich wird, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und dem Alltagstrott in Isolation zu entgehen.


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