Neuer Rekord 17.02.2020, 12:39 Uhr

Pi berechnen in 303 Tagen

Seit Januar 2020 gibt es einen neuen Rekord: Von der Kreiszahl Pi sind jetzt 50 Billionen Nachkommastellen bekannt.
Wikipedia: Pi-Rekorde ab 1949
(Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Kreiszahl )
Berechnet hat den neuen Rekord der Amerikaner Timothy Mullican. Sein Rechenergebnis hat die Zahl der bekannten Nachkommastellen von Pi um mehr als 18 Billionen auf nunmehr 50.000.000.000.000 Nachkommastellen vergrößert. Der vormalige Rekord aus dem Jahr 2019 kam auf noch auf weniger als 32 Billionen Nachkommastellen. Es ist wie immer: Nach dem Rekord ist vor dem nächsten Rekord, also was soll's?
Der aktuelle Rekord ist in sofern interessant, als Timothy Mullican sowohl seine Motivation den Rekord zu brechen als auch seine Vorgehensweise sowie seine Hardware in einem Blog-Post vorstellt und erläutert. Besonders interessant ist dabei auch sein Tagebuch des über insgesamt 303 Tage laufenden Rekordversuchs.
Warum er damit überhaupt angefangen hat? Ganz einfach: Er ist hauptberuflich Systemadministrator und dabei auch zuständig für den Einkauf der Server-Hardware. Sein Hauptgrund für den Versuch von Emma Haruka aufgestellten Rekord (März 2019 - 31,4 Billionen Stellen) zu brechen, war nach seiner eigenen Aussage: die Grenzen seiner eigenen Hardware zu testen.
Als Algorithmus zum Berechnen von Pi hat er das Programm y-cruncher von Alexander Yee benutzt und dessen Entwickler gleich zu Beginn befragt, wie viel Speicher er für den Rekordversuch er denn benötigen würde. Die Antwort: 256 TiB an flüchtigem Speicher und zusätzliche 38 TiB für die Ausgabe des Rechenergebnisses. TiB steht dabei für Tebibytes (Basis 2) und darf nicht mit Terabytes (Basis 10) verwechselt werden, denn 256 TiB entsprechen etwa 281 TByte. Eine Geräteausstattung mit 256 TByte würde folglich nicht ausreichen, um die gewünschten 50 Billionen Stellen (in amerikanischer Zählweise sind das übrigens "50 trillion digits") zu berechnen.
Wie Timothy Mullican seine Hardware zusammengestellt hat sowie ein Tagebuch des erfolgreichen Rekordversuchs lesen Sie in seinem Blogbeitrag. Zudem ist auch der Wikipedia-Eintrag zur Kreiszahl Pi lesenswert.
Jetzt, nachdem der Pi-Weltrekord gebrochen ist, sollen die dafür benutzten Server und Festplatten für die STEM-Forschung gespendet werden.


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